BROKALHAUS

Das intermediale Kunst-Projekt

 

Thymian und Oregano sitzen in einer Hütte in den Bergen und wollen eine italienische Pasta kochen. Sie warten auf Pfeffer, der ist abgestiegen, um Salz zu holen, und müsste jeden Augenblick wiederkommen. Oregano liegt auf einer Bank und schläft. Thymian steht am Herd und schaut in einen Topf.


 

Thymian: Oregano?

Pause

Thymian: Oregano!

Oregano: Ja.

Thymian(heftiger): Oregano…!

Oregano(müde):Jaaaa…

Pause

Thymian(kräftig): Oregano!!

Oregano: (richtet sich auf) Ja, Thymian?

Thymian: Kocht das Wasser?

Oregano: Erkennst du es nicht?

Thymian: Nein. Es bewegt sich nichts. Ich kann den Grund sehen. Der ist blank. Blank wie ein Spiegel. Ich kann kein Kochen sehen.

Oregano: Tauche deinen Finger ein.

Thymian: Ich traue mich nicht. Ich habe mir zu oft die Finger verbrannt. Ich muss die Situation erst analysieren.

Wenn sich nichts bewegt, heißt das nicht, man hat alles überstanden. (pustet in den Topf) Keine Bläschen..

Oregano: Schaue ungenauer. Starre nicht! Fokussiere nicht deinen Blick. Lass deinen Blick unscharf werden. Kneife die Augen zusammen. Fixiere dich nicht auf das Bild vor dir. Dann wirst du eine Bewegung erkennen! Dein Spektrum erweitern. Sichtfeld statt Blickpunkt!

Thymian(schaut macht Grimassen):

Ich sehe nur mich. Am Grunde. Rein und schön. Ach, so schön…

(plötzlich) Da! Da! Ein Kleines Bläschen. Ein einziges Universum. Mein Universum! Da noch eins. Es kocht, es kocht, es kocht….

Oregano spitzt die Ohren

Oregano: Nein.

Thymian: Es kocht. Doch es kocht. Kleine Bläschen verhaftet am Spiegel.

Oregano: Es siedet.

Thymian: Nein, nein, es kocht. Ich kann mich am Grund nicht mehr kennen. Mein Gesicht verschwimmt. Lauter kleine Unversien. Tausende Singularitäten. Prima. Prima. Prima.

 

Oregano steht auf und fasst den Ofen an.

 

Oregano: Das Feuer ist erloschen.

 

Oregano geht zum Fenster und schaut hinaus

 

Thymian: Tatsächlich. Und ich hatte es mir so gewünscht. Jetzt ist da nichts mehr, außer mein Gesicht. Mein täglich langweiliges Gesicht. Wir müssen Holz schlagen. Es muss ja weitergehen.

Oregano: Lass uns warten.

Thymian: Es muss kochen. Sonst können wir nicht anfangen.

Oregano: Was heißt anfangen...

Thymian (Gedehnt):A-n-f-a-n-g-e-n! Fangen an! (Resigniert) Es zum Kochen bringen.

Oregano: Fällt dir nichts anderes ein?

Thymian: Nein. Ich habe Hunger.

Oregano: Man hat immer Hunger.

Thymian: Nicht immer.

Thymian: Zum Beispiel, wenn man satt ist.

 

Oregano reagiert nicht.

 

Thymian: Dann hat man keinen Hunger mehr. Ist doch logisch: Satt ist kein Hunger!

Pause

Thymian: Zumindest hat man keinen Hunger mehr auf Essen.

Pause

Thymian: Doch solange der Hunger da ist. Ist immer was los.

Dann ist der Hunger los, hat sich aus der Festung des Magens gelöst und stört den Frieden.

Pause

Thymian: Siehst du was?

Pause

Thymian: Oregano, was ist? Siehst du was? Sag schnell. Ich kann es nicht abwarten. Es erregt mich im gewissen Sinne, dass da was kommt. Siehst du ihn? Sag, siehst du ihn?

 

Thymian schaut über die Schulter von Oregano.
 

Thymian: Kein Pfeffer? Kein Salz?

Oregano: Nein, nur Leere. Blaue Ferne. Alles in Blau verschluckt. Selbst der Himmel scheint sich an sich selbst verschluckt zu haben. Kein Horizont. Stille. Ein blaues Plasma …

Thymian: Aber er müsste doch kommen?

Oregano: Nein!

Thymian(traurig): Nein?

Oregano: Nein!

Thymian: Und gerade jetzt ist das Feuer aus. Das ist die Verzweiflung. Der Hunger. Warum kommt er nicht?

Oregano: Er ist gerade erst abgestiegen. Will Salz holen.

Thymian: Dann lass uns anfangen. Oregano, hörst du? Hörst du mich?

Oregano: Du bist alles, was zu hören ist. Du bist das Letzte, was ich höre. In einer, in der Stille, in meiner Stille. Die kleine Schwester der Ruhe. Ohne Salz können wir nicht anfangen.

Thymian: Erzähl mir mehr davon. Von mir! Wie klinge ich?

Oregano: Wie der Schatten einer Kerze. Unruhig, flatternd: Ein Halt suchen…

Thymian: Sage es doch gleich: Ein Schmetterling. Ich muss landen, ich muss mich verwandeln und zu Boden kommen. Ein Wurm für ein Königreich. Ich habe Hunger. Hunger stillen. Lass uns anfangen

Oregano: Du phantasierst.

Thymian: Hunger, Hunger… Ich fühle mich wie eine Schmetterling…

Oregano: Reiss dich zusammen. Wir können nicht anfangen, solange Pfeffer nicht da ist. Ohne Pfeffer kein Salz. Ich lass mich doch nicht lebendig begraben.

Thymian: Nein, nein, du sollst mir von dem göttlichen Klang meiner Seele sprechen. Ich will den Preis meines Hungers, das erlösende Vibrieren meiner Stimme. Ich habe mich in mich selbst zurückgezogen, ich spüre das endlose stumme Zittern der Tiefe, der Ferne, des Seins.

(Hält inne, dann begeistert) Ich habe es, es gibt einen Sinn in dem Ganzen. Ich nehme den Topf vom Feuer, wir werden hungern. (macht es, torkelt mit dem Topf durch den Raum)

Pause

Oregano: Da!

Thymian: Was? Sag was? Helfe mir. Wohin mit dem Topf? Wohin? Ich kann meine Füße nicht mehr bewegen. Sie tragen mich nicht mehr. Sag an, was?

Oregano: Nichts!

Thymian: Nichts? Das ist traurig. Ist Stille draußen? Bewegt sich ein Wind? (Stellt den Topf auf den Herd)

Pause

Thymian: Oregano, sag an. Bewegt sich ein Lüftchen. Meldet sich das Leben zurück? Ein kleiner Sternenhagel!?

 

Thymian schöpft mit beiden Händen Wasser aus dem Topf und lässt es durch die Finger rieseln.
 

Oregano: Nein. Unsere Zeit flieht hinter die Berge. Es bewegt sich nicht der Wind, aber er bewegt die Dinge. Der Beweger. Der uns bewegt. Nicht er steigt die Berge hinauf und fällt am anderen Ende des Gebirges ins Tal. Es ist die Idee, der Wunsch: Bella Italia! Jenseits dieser Berge.

Thymian: Italien. Sonnenverwöhntes Erdenglück. Ich habe Hunger. Lass uns die Tomaten schneiden.

Oregano: Vierteln?

Thymian: Bist du wahnsinnig. Achteln.


Pause

Thymian: Schälst du sie?

Oregano: Nein.

Thymian: Du willst mich kränken. Wir hätten hier nicht hinaufgehen sollen.
 

Thymian will gerade in eine Tomate beissen.
 

Oregano: Halt! Nicht!

Thymian: Nicht?

Oregano: Nicht ohne Salz. Kein Tee ohne Wasser. Achja Wasser. Wir brauchen Wasser…

 

Pause - Oregano schaut wieder aus dem Fenster
 

Thymian: Kommt der Pfeffer?

Oregano: Nein

Thymian: Kannst du nur Nein sagen?

Oregano: Nein!

Thymian: Ja, ja heißt das. Du musst das Leben positiv sehen.

Pause

Siehst du den Horizont?

Oregano: Nein.

Thymian: Nein, das heißt ja. Mach mich nicht zornig.

Pause

Thymian: Du musst den Horizont doch sehen!

Oregano: Nein.

Thymian: Nein, verdammt, nein. Geologisch, biologisch, ontologisch völlig unmöglich. Helfe mir auf.

Oregano: Kann nicht. Ich suche den Horizont.

Thymian: Wo ist er?

Oregano: Wahrscheinlich hinter den Bergen. Er wartet auf uns.

Thymian: Dann bleibe ich sitzen. Sag mir, wenn er zurückkommt.

Oregano: Er wird nie kommen. Es gibt keinen Horizont mehr.

Thymian: Dann müssen wir hier bleiben? Für immer.(plötzlich panisch)

Hast du genug Pasta? Nein, wir werden hungern, den inneren Berg ersteigen und hinab schauen auf das öde Leben tief in uns, wir werden die gequälten Geister erlösen. Wir werden an der Fülle des Lebens sterben. Mit vollem Mund verhungern. Zarathustras Rache. Oregano!

Pause

Oregano! (Pause, dann schlagartig brüllt) Oregano!

Oregano: Jaaaa!

Thymian: Du darfst mich nicht allein lassen. Hörst du! Helfe mir. Diese Beine gehören mir nicht.

Oregano hilft ihm.

Oregano: Du gehst so sonderbar? So wie ein Storch. Im Storchengang. Als gehst du durch Knie hohes Wasser…

Thymian: Ich versuche den Boden zu achten. Alle Menschen trampeln auf ihm herum. Er ist so gedemütigt. Ich gebe ihm seine Würde zurück. Nur ganz vorsichtig berühre ich ihn. Ich berühre alles so. Alles ist es wert, geliebt zu werden…

Hörst du mir eigentlich zu? Du bist immer ganz weit weg von mir. Du lässt mich mit der ganzen Würde allen.
 

Oregano schaut wieder unbeteiligt aus dem Fenster.

 

Thymian: Gehst einfach, warum gehst du? Lass mich nicht allein! Du verlässt mich. Nicht wahr?

Oregano: Nein.

Thymian: Ich habe es immer gewusst. Du hörst mir nicht zu.(weint)

Oregano: (gelangweilt) Ich sagte nein und meinte, damit dass ich bleibe.

Thymian(beruhigt): Das ist gut, sehr gut.


 

Oregano macht es sich gemütlich zu einem Nickerchen. Thymian wird unruhig.


 

Thymian: Ich spüre schon ein heiliges Gefühl, hier oberhalb des schweren Loches.

(Zeigt auf seinen Magen. Befühlt ihn, plötzlich) Er ist weg. Er ist weg. Nur Leere, verzweifelte Leere eines alten Mannes. Oregano?!

Thymian: Ich höre ihn nicht mehr.

Oregano: Er ruht sich aus.

Thymian: Aber eben noch sprach er zu mir. Knurrte, brummte, hatte am Leben teilgenommen.

Pause

Thymian: Oregano?

Pause

Thymian: Schläfst du wieder. Immer schläft du, du müder Einbaum.

Pause

Oregano: Das macht die dünne Luft.

Thymian: Schau: Mein Magen. Das ist das reinste Vakuum. Ich implodiere ..
 

Oregano lacht laut auf

 

Thymian: Das ist nicht lustig. Das ist existenzgefährdend. (Echauffiert sich). Das war die letzte Privatsphäre, die letzte Würde des Menschen. Ja, das Menschsein an sich, höher als jedermanns Gedanke …

Gott wohnt unter dem Herzen, hier genau hier, der Solar Plexus, die Sonne…

Oregano lacht

Thymian: Was gibt es da zu lachen…..?

Oregano: Liebe geht durch den Magen.

Thymian: Du nimmst mich nicht ernst, du würdigst nicht meinen Schmerz.

Oregano: Hunger ist kein Schmerz.

Thymian: Es ist der Schmerz der Schmerzen. Der heran schleichende Tod. Das Dahinsiechen. Nebel im Kopf. Das Hirn schaltet sich zuerst ab.

Oregano: Ja, dann kommt die große Stille. Das endlose Fallen…

Thymian: Wenn du so redest, höre ich auf dich zu lieben.

Oregano: Dann bist du ganz allein.

Thymian: Ich habe ja noch Pfeffer.

Oregano: Pfeffer ist abgestiegen ins Tal, um Salz zu holen.

Thymian: (Schaut in den Topf, schaut auf die daneben liegenden Pasta)

Das wird nie für 4 reichen!

Oregano: Pasta ohne Salz! Kocht es?

Thymian: Nein. (Hält den Finger in den Topf und schreit auf.)

Oregano: Ungeduld ist der Grund. Du hast dich an deiner Neugierde die Finger verbrannt.

Thymian: Hahaha. Es ist kalt, es ist eiskalt. Reingelegt.

Oregano: Schüre das Feuer!

Thymian: Welches Feuer?

Oregano: Der Liebe…

Thymian geht auf Oregano zu und will ihn umarmen.

Oregano: Das Feuer im Ofen…

Thymian beginnt den Ofen mit Holz zu füllen.

Oregano: Wollen wir nicht warten?

Thymian: Worauf?

Oregano: Auf Salz und Pfeffer.

Pause

Thymian: Wenn 2 warten, ist das doppeltes Warten?

Pause

Thymian: Wartest du …?

Oregano: Nein, ich denke….

Thymian: Was?

Pause

Thymian: Was denkst du?

Pause

Thymian: Was denkst du?

Oregano: Ich träume…

Thymian: Was träumst du?

Oregano: Das ich warte…

Thymian: Worauf?

Oregano: Endlich Ruhe zu haben, um nachzudenken…

Thymian: Verstanden. Ich soll mehr Holz holen.

 

Thymian geht hinaus. Oregano lehnt sich zurück beginnt zu schlafen. Schnarcht.

Thymian kommt zurück. Geht ganz nah an Oregano flüstert ohne das Oregano erwacht.

 

Thymian: Ich habe den Horizont gesehen. Weites Land des Südens. Italien. Mediterranes Essen. Wir wollen 101 Jahre alt werden. Weil es so lustig ist. Lustig, wie die Menschen ihre Fehler wiederholen, weil sie nicht anders können. Immer erwarten sie etwas vom Leben. Das ist die Ungeduld. Aber wer den Horizont kennt, weiß, da ist nichts, als man selbst dahinter. Dahinter! Verstehst du dahinter: Hinterkopf. Man muss nur immer geradeaus gehen. Immer geradeaus, dann steht man hinter sich. Verstehst du? Hinter dem Horizont bist du selbst.

Dann klopft einer Fremder dir auf die Schulter. Es ist Dein Alter Ego.

Und du erkennst ihn nicht. Weil du stehen geblieben bist. Du glaubst, du schaust nach Vorne. Dort wo die Zukunft ist. Dabei ist die Zukunft hinter dir. Dann drehst du dich um, weil du den kalten Atem spürst. Da stehst du nun und staunst über den da. Den da, der der du nicht werden wolltest. Jetzt hast du dich ausgeträumt und schaust dir fest in die Augen. Er aber ist alt und erschöpft und will nur noch schlafen. Will nach Hause.

 

Thymian klopft Oregano auf die Schulter. Dieser erschrickt und schaut sich verwundert an.

 

Oregano: Was ist? Sind wir schon da?

Thymian: Das Holz wird knapp! Wenn der Winter kommt, werden wir erfrieren…

Oregano: Wo bin ich?

Thymian: In den Bergen…

Oregano: Pfeffer, bist du es?

Thymian: Nein, ich bin Thymian.

Oregano: Ach! Das ist aber schade. Da hatte ich wohl die falsche Abzweigung genommen. Ich wollte heim…..
 

Oregano berührt das Gesicht von Thymian und erschrickt.

 

Oregano: Ach du bist es! Ist Pfeffer und Salz schon da? Dann können wir mit dem Kochen beginnen. Mach das Feuer an.

 

Thymian wendet sich ab.

 

Thymian: Ohne Holz kein Feuer. Ohne Feuer keine Nudeln….

Oregano: Selig sind die geistig Armen.

Thymian: Du phantasierst. Hunger-Visionen.

Oregano: Nein gar nicht. Ich hatte eine Erkenntnis….

Pause

Thymian: Und?

Oregano: Ich habe sie noch nicht komplett verstanden….

Aber im Prinzip geht das so: Du kannst die Nudeln ohne heißes Wasser aufquellen lassen. Erst später, wenn alle es verstanden haben, kannst du den Topf erwärmen. Das spart Energie…

Thymian: Ha! Ohne Pfeffer! Der wird uns was Husten, wenn wir ohne ihn anfangen…

Oregano: Okay! Das kann man noch durchgehen lassen. Aber Salz erst macht es möglich, dass Nudeln aufquellen, wenn das klare Wasser tief in ihre Körper eindringt: Das mein Lieber, das nennt man die Erkenntnis!

Thymian: Erkenntnis. Papperlapapp. Al dente! Das setzt einen klaren Verstand voraus, scharfe Trennung zwischen oben und oben, zwischen eben und gleich. Deine Erkenntnis führt zur Bequemlichkeit, zum Matschigen Sowohl als Auch. Schlaf weiter, du haltloses Suppengemüse.

 

Oregano rafft sich auf. Geht zum Topf, schaut hinein.

 

Oregano: Unser Leben ist das maximale unserer Möglichkeit. Reibung erzeugt Wärme. Bewegung und Beschleunigung. Das Wasser ist. Es hat keine Ahnung von dem, was du willst.

Es ist willenlos. Ich füge all meine Gedanken zusammen, Jahrzehnte langes Grübeln auf diesen Punkt gelenkt. Wie ein Brennglas.

Thymian: Lass uns ein Spiel spielen.

Oregano: Wer ist der Unglücklichste?

Thymian: Ich natürlich! Schon gewonnen!

Oregano: Und jetzt bist du glücklich!?

Thymian: Äh…. Ja!

Oregano: Siehste schon verloren!

Thymian: Verflucht. Ich kann mit dieser Ambivalenz nicht leben. Ich brauche eine klare Linie und keinen glitschigen Aal. Ich werde dich verlassen.

Oregano: Wo willst du hin?

Thymian: Einfach nur weg.

Oregano: Wohin?

Thymian: Weg weit weg. Ganz weit weg von dir. Vielleicht hinter den Bergen. Wo der Horizont beginnt: Italien.

Oregano: (lacht) Du kommst hier nicht weg. Du bist zu alt und es wird bald dämmern. Und dann kommt die Nacht. Und wir haben noch nicht gekocht. Du wirst verhungern.

(Schaut aus dem Fenster) Wir werden ohne Pfeffer und Salz essen müssen. Ich werde das Feuer machen und du schälst die Tomaten, die Zwiebeln…. Thymian was ist? Komm her.


 

Thymian hat sich die Hände vor die Augen gehalten.


Oregano: Was soll das?

Thymian: Ich bin weg. Ich habe mit all dem hier mehr gemein.

Oregano: Sei nicht kindisch.

 

Wirft ihm eine Zwiebel zu. Diese fällt zu Boden. Th sucht sie mit geschlossenen Augen.

 

Thymian: Wo bist du? Herzchen, wo bist du? Komm zu mir!

Oregano: Sogar in deiner Blindheit bist du Blind.

Thymian: Ich höre. Das Meer, die Kraniche,...

Oregano: Du bist hier! Ich bin hier. Dieser Topf ist hier. Und das Wasser…

Thymian: Und Pfeffer und Salz…

Oregano: Im Tal. Sie sind nicht aufgestiegen…

Thymian: Ich rieche Italien. (Hält ein Stück Holz an die Nase) Ich rieche frische Zwiebel.

 

Oregano hebt die Zwiebel auf und hält sie Thymian vor die Nase.


 

Thymian: Oh. Ich habe mich getäuscht. Ich habe gewonnen. Ich bin so unglücklich. So furchtbar unglücklich….

 

Rennt zur Tür, will raus, wird aber von Oregano festgehalten.

 

Thymian: Lass mich los. Ich habe gewonnen. Ich bin unglücklich. Gönne es mir, ich werde mich in die Tiefe stürzen…

Oregano: Vergiss es. Damit löst du kein einziges Problem. Du willst ich sein: Du willst unsere Hirne austauschen. Rochade…

Thymian: Ich liebe dich nicht!

Oregano: Lass ab von mir, du hast schon Pfeffer vertrieben.

Thymian: Er ist Salz holen gegangen….

Oregano: Hat er gesagt…

Thymian: Du verdammter Zweifel, du misstrauischer Einzeller. Ja, lach nur…..

 

Oregano bereitet das Feuer vor


Thymian: Du spekulierst auf Mitleid. Der einsame geniale Denker. Nicht eine Welt, nicht mal die kleinste, die schmutzigste Welt will dich in den Arm nehmen. Deine Ruhe Ausdruck von Selbstekel. Sage, was hat Pfeffer gesagt?Th:

Oregano: Er gehe Salz holen…

Thymian: Du lügst. Diesen weiten Weg. So tief absteigen? Für Salz. Salz wollte nicht hier hoch. Salz ist ein Langweiler. Ein Lebensverweigerer.

Pause

Oregano: Pfeffer wollte verschwinden..

Thymian: Unsinn. Von wo verschwinden?

Von hier? Vom Gipfel?

Oregano: Er wollte von dir verschwinden.

Thymian: Ich weiß. Verschwinden ist Vergessen.

Stockt.

Thymian: Wie vergessen? Was vergessen?

Oregano: All dies hier!

Thymian: Und dafür ist er Abgestiegen. Diesen elend weiten Weg. Nachdem er so viel investiert hatte, um hier zu kommen.

Oregano: Ihm fehlte Salz!

Lange Pause

Thymian: Kocht das Wasser?

Oregano: Es siedet….


 


 

Ende